Die Stadt Perge!

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Die ersten Siedlungen konnten bis ins 4 Jahrtausend v. Chr. auf dem Tafelberg nachgewiesen werden. Erste Namensnennungen erwähnen Parha = Perge in Verträgen aus dem Jahre 1235 v. Chr. . Im 7 Jh. führte die Einwanderung von Griechen zu einer griechisch geprägten Siedlung. Verschiedene Funde zeigten auf, dass die Siedlung enge Verbindungen mit Zypern pflegte. Alexander der Große verleibte die Siedlung ein und brachte die Stadt unter pergamonischer Herrschaft. Nach der Eroberung durch die Römer wurde Perge im Jahre 73 n. Chr. die Hauptstadt der Provinz Lycia et Pamphylia. Die Größe des Theaters in Perge zeugt von ihrer ehemaligen Größe. 14.000 Personen fanden dort Platz.

Direkt neben dem Theater liegt ein gut erhaltenes Stadion, das 15.000 Personen fassen konnte. Der größte Teil der Stadt liegt hinter den mächtigen Eingangstoren.

Im Stadtzentrum sind eine Agora, ein Rundtempel, Palastruinen aus der Kaiserzeit und weitere Gebäudeteile zu sehen. Ein größerer Teil der Stadt ist noch heute von Schilf und sonstigen Pflanzen bedeckt.

Aspendos

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Aspendos liegt ca. 33 km westlich vom beliebten Ferienort Side und ca. 46 km östlich von Antalya. Es ist sehr gut über die gut ausgebaute Nationalstraße D400, die von Antalya nach Alanya führt, zu erreichen. Die Abfahrt ist gut ausgeschildert und nicht zu verfehlen. Auch gut zu erkennen an der antiken Brücke über den Köprü Çayı, wie der Fluss zum ehemaligen Hafen von Aspendos heute heißt.

Das Theater und die Reste des Aquädukts können ohne Steigungen überwinden zu müssen besichtigt werden.

Die Stadt Aspendos soll entsprechend der Überlieferungen bereits im 12. Jahrhundert v. Chr. gegründet worden sein. Münzen aus den 5. und 4. Jahrhundert belegen jedoch eine hethitische Herkunft der Gründer. Die Stadt stand in ihrer Vergangenheit unter der Herrschaft vieler Völker, zuletzt unter römischer Herrschaft. Aspendos war durch den heute versandeten Fluss mit dem Meer verbunden und war als Hafenstadt zu beachtlichem Wohlstand gekommen. In römischer Zeit vermochten die Stadtväter ein gutes Verhältnis zu Rom aufzubauen und so gelangte die Stadt als bedeutendster Handelsplatz in der Region zu ihrer größten Blüte. Der Export von Wein, Olivenöl, Salz und  Pferden brachte den Bürgern von Aspendos Reichtum und Wohlstand.

Das Theater, in dem noch heute alljährlich Operaufführungen und Konzerte stattfinden, bietet in 39 Sitzreihen Platz für 20.000 Zuschauer. Der Bau wurde im 2. Jh. n. Chr. errichtet. Da die Seltschuken das Theater im Mittelalter als Karavanserei nutzten, wurde es fortwährend repariert. Das erklärt seinen Erhaltungszustand. Es ist weltweit eines der drei letzten antiken Theater mit intaktem Bühnenhaus. (Aspendos in der Türkei, Bosra in Syrien und Orange in Südfrankreich)

Die Wasserversorgung der Stadt wurde durch noch heute zum Teil hervorragend erhaltene Reste eine Aquäduktes sichergestellt. Das Wasser wurde aus dem Taurusgebirge über die nördliche Ebene der Stadt zugeführt.

Phaselis

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Laut Strabo wurde Phaselis, die „Stadt mit den drei Häfen“, schon von den Phönikern als Handelshafen genutzt. Antike Autoren berichten auch, dass die Stadt 690 v.Chr. von Griechen, die aus Rhodos eingewandert sind, gegründet wurde. Um 400 v.Chr. wurde hier der berühmte Redenschreiber Theodektes geboren und im Winter 334/333 v.Chr. überwinterte Alexander der Große auf seinem Feldzug gegen die Perser. Während der Zeit der Diadochen-Kriege nach dem Tod von Alexander untersteht Phaselis den Ptolemäern. 189 v.Chr. gerät es auf römische Weisung unter die Herrschaft von Rhodos. 100 v.Chr. wurde Phaselis (genau wie Olympos) von Piraten unter Zeniketes erobert und kam nach der Befreiung zur römischen Provinz „Lycia et Pamphylia“. Obwohl die Stadt noch 129 n.Chr. von Kaiser Hadrian besucht wurde, verlor ihr Hafen durch den ständigen Ausbau vonAntalya immer mehr an Bedeutung. Im 12.Jh.n.Chr. wurde die Stadt endgültig verlassen.

Myra/Derme

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Myra liegt in der heutigen Provinz Antalya und war zur Römer- und Griechenzeit eine antike Stadt in Lykien. Myra war die sechstgrößte Stadt des Lykischen Bundes und nach der Trennung der Region von Pamphylien (401-450 n.Chr.) Verwaltungs- und Bischofssitz.

Eindrucksvoll liegt heute das alte römische Theater am Berghang, in dem sich viele Felsengräber befinden, die wir allerdings nur von unten betrachten können.

Dafür aber faszinieren die Ruinen des Theaters. Ein Römisches Theater (cavea – „Aushöhlung“), das aus halbkreisförmig angeordneten Sitzreihen besteht, die nach oben ansteigen und mehrere Zugänge hat. Ein Szenetheater also, weil der Zuschauer einen weiten Blick über Stadt und Land hatte.
Die Vergabe der Sitzplätze erfolgte streng nach politischer, wirtschaftlicher und sozialer Herkunft; das Theater in Myra bot Platz für 12.000 Besucher.

Typisch für Römische Theater ist der Bühnenkomplex, bestehend aus Bühnenhaus (scaena) und Bühne (pulpitum). Diese war überdacht als Schutz vor dem Wetter. Imposant erhob sich die Fassade; verziert von prachtvollen Säumen, Fenstern und Nischen.

Myra lag einst direkt am Meer; doch der alte Hafen Andriake liegt heute fünf Kilometer südwestlich von Demre; er ist verlandet. Die Gründung des Hafens lässt sich in der frühhellenistischen Zeit festschreiben; der Apostel Paulus ging hier im Jahr 59 n.Chr. an Land während seiner Reise nach Rom.

In der frühbyzantischen Zeit erlebte Myra mit den Hafenanlagen eine Blüte. Sechs Kirchen zeugen vom Wohlstand der Stadt ebenso wie Badehäuser und eben das Theater. Die Stadt wurde allerdings in Laufe der Jahrhunderte unter dem Schlamm des Demre-Flusses begraben; erst 1965 und 68 begann es mit den Ausgrabunden der Ruinen durch den deutschen Archäologen Jürgen Borchhardt.

Myra war Bischofssitz, ab 300 n.Chr. amiterte Nikolaus von Myra als Bischof. Über Nikolaus gibt es viele Geschichten; nicht alle sind fundiert nachzuweisen. So ist er um 280/86 in Patara (Lykien) geboren und 345/351 verstorben. Nikolaus von Myra ist der Schutzpatron Russlands, Kroatiens und Serbiens, sowie der Kaufleute, Seefahrer, Schüler und Kinder; sein Name bedeutet „Sieg(reich)er des Volkes“.

Die Basilika von Myra wurde über die Jahrhunderte hinweg oft erweitert und umgebaut; die heutige dreischiffige Basilika stammt in den Grundmauern aus dem 8. Jahrhundert. Ein Kloster vervollständigte im 11. Jahrhundert den Komplex; den Mönchen wurde die Pflege der Pilgerstätte übertragen.

Sehr schön erhalten sie die byzantinischen Fresken an Wänden und Decke, sowie römische Sarkophage, die aus Spolien (von lateinisch spolium „Beute, Raub, dem Feind Abgenommenes“) wiederverwendet wurden.

Heute ist Nikolaus von Myra in vielen Ländern unter ebenso vielen Namen bekannt: Sviatoi Nikolai (Russland), Sveti Nikolaj (Slowenien), Sveti Nikola (Kroatien und Serbien), Sint Nicolaas oder Sinter klaas (Niederlande und Flandern).

Nikolaus ist von jeher einer der populärsten katholischen Heiligen. In der Russisch-Orthodoxen Kirche wird Nikolaus neben Christus und Maria mit Kind die dritte große Ikone auf der Ikonostase der Kirchen gewidmet.
Am 6.Dezember 2007 konnte der griechisch-orthodoxe ökomenische Patriach von Konstantinopel einen Gottesdienst nach griechisch-orthoxer Liturgie in der jetzt dem Heiligen Nikolaus geweihten Basilika von Myra feiern, nachdem die Kirche mit einer Spende des Kultusministeriums fertig restauriert werden konnte.

Olympos

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Olympos wurde als Bergstadt auf dem heute Musa Dağı genannten Berg südlich seines Hafens Korykos gegründet, der ab etwa 130 von Kaiser Hadrian den Namen übertragen bekam. Der Grund dafür war die Stagnation der Bergstadt, nun Hadrianopolis genannt, während der Hafen im Frieden des römischen Reichs florierte.Mustafa Adak: “Lokalisierung von Olympos und Korykos in Ostlykien.

Bauten und Münzprägung legen eine Gründung in [[Hellenismus|hellenistischer]] Zeit nahe. Als bedeutendes Mitglied des Lykischen Bundes wird sie zu Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. erwähnt, fiel aber ebenso, wie das nahe gelegene Phaselis , den Piraten zum Opfer, die sich unter Führung eines gewissen Zeniketes hier einnisteten. 77 v. Chr. wurden die Piraten von Publius Servilius Vatia Isauricus vernichtend geschlagen und als Zeniketes in seiner Festung auf dem Olympos keinen Ausweg mehr sah, setzte er sein Haus in Brand und verbrannte sich und seine Familie.

Ihren einstigen Wohlstand erreichte die Stadt auch zur Römische Kaiserzeit römischen Kaiserzeit unter [[Hadrian (Kaiser)|Hadrian]] nicht mehr, obwohl sie noch einmal einen Aufschwung nehmen konnte. Berühmt war Olympos allerdings wegen seines Kultes für [[Hephaistos]], der im unmittelbaren Zusammenhang mit den nahe gelegenen „Ewige Flamme ,ewigen Feuer“ der Chimaira (Lykien)|Chimaira zu sehen ist. Im 3. Jahrhundert n. Chr. wird Olympos noch einmal als Bischofssitz erwähnt – im 15. Jahrhundert verließen jedoch die letzten Einwohner endgültig die Stadt.

== Ruinen ==

Olympos liegt, lange Zeit völlig vergessen, zu beiden Seiten eines kleinen Bachlaufes, an dem noch Reste einer Brücke zu sehen sind, die beide Stadtteile miteinander verband. Die noch bestehenden Baureste sind stark verfallen und weitgehend überwuchert, wie das kleine römische Theater. Ein früherer See ist heute versumpft – hier befinden sich die Reste eines Tempels aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Bemerkenswert ist die [[Nekropole]] mit zahlreichen Gräbern und [[Inschrift]]en, die aber keine lykischen Merkmale aufweisen.

Neben den Resten einer [[Byzantinisches Reich|byzantinischen]] [[Basilika (Bautyp)|Basilika]] zeugen noch auf einem Hügel gelegene Besiedlungsreste von der Verarmung der Siedlung im Mittelalter. Eine Burgruine oberhalb des Strandes zeugt von einer der zahlreichen Handels- und Militärstützpunkte der [[Republik Genua]] und dürfte aus dem 14. Jahrhundert stammen. Dazu kommen im Zuge der Grabungskampagne von 2000 bis 2006 freigelegte [[Sarkophag]]e, die allerdings erhebliche Zerstörungen aufweisen.

Außer den Ruinen ist der nahegelegene, ca. drei Kilometer lange Kieselstrand bei Besuchern eine weitere Attraktion von Olympos.

Termessos

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Erste historische Erwähnung der Stadt ist die erfolglose Belagerung durch Alexander den Großen 334/333 v. Chr., die Geschichte der Stadt reicht aber vermutlich bis ins 2. Jahrhundert vor Chr. zurück. Weder Alexander der Große noch nachfolgende Belagerer konnten die genial befestigte Stadt je einnehmen.

Termessos erlebte seine Blütezeit vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr. nachdem sich Rom mit Mithridates, einem pontischen König verbündet hatte. Eine enge Verbindung zu Rom führte nicht nur zu prächtigen Bauten und Freiheiten für die Bevölkerung, sie führte auch zu einem ganz beachtilchen Wohlstand.

Die Stadt verlor während der oströmischen Herrschaft mehr und mehr an Bedeutung und wurde vermutlich Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. nach einem Erdbeben von seinen Bewohnern verlassen und aufgegeben. Die meisten heute zu besichtigenden Ruinen entstanden in der Blütezeit unter römischem Schutz.

Termessos wurde 1842 von englischen Archäologen wiederentdeckt. Knapp 40 Jahre später begann ein Team unter Leitung des österreichischen Grafen Karol Lanckoronski die Stadt systematisch zu erforschen und zu vermessen. Da etliche Bauwerke im letzten Jahrhundert einstürzten, sind die Fotografien und Zeichnungen des Grafen und seiner Mitarbeiter von unschätzbarem Wert für die Rekonstruktion der Gebäude. Heute bevölkern türkische Schulklassen und Touristen die Stadt.